Insolvenz in 3 Jahren: Ist das möglich?

Die Insolvenz in 3 Jahren – vielleicht haben Sie die Neuigkeit bereits aus dem Fernsehen, der Tageszeitung oder dem Internet erfahren.

Ein Insolvenzverfahren kann bald bereits nach 36 Monaten beendet werden. Damit können Sie in 3 Jahren schuldenfrei sein.

Ist das möglich? Und wenn ja, für wen gilt diese Verkürzung der Restschuldbefreiung?

Ja, es ist möglich.

Ein am 01.07.2020 veröffentlichter Regierungsentwurf sieht vor, dass ab dem 01.10.2020 die Restschuldbefreiung in Insolvenzverfahren bereits nach 36 Monaten, also drei Jahren, erteilt werden kann. Die Verkürzung gilt für alle Verbraucher und selbständigen Schuldner.

Insolvenz in 3 Jahren
Haben Sie Fragen zur Insolvenz in 3 Jahren? Rufen Sie uns an unter 089 21 76 72 050, schreiben Sie und eine E-Mail an kanzlei@schuldnerberatung-fehse.de oder nutzen Sie unsere Online Terminbuchung.

Für Verbraucher soll die Verkürzung allerdings zunächst bis zum 30.06.2025 befristet werden.

Eine Verkürzung des Insolvenzverfahrens auf drei Jahre ist jedoch nur möglich, für Insolvenzanträge, die nach dem 01. Oktober 2020 gestellt werden. Für Insolvenzverfahren, die zwischen dem 17. Dezember 2019 und dem 30. September 2020 beantragt wurden, gelten Übergangsfristen, die eine stufenweise Verkürzung des Restschuldbefreiungsverfahrens vorsehen.

Ein am 17. Dezember 2019 beantragtes Insolvenzverfahren läuft beispielsweise fünf Jahre und sieben Monate, also bis zum 16. Oktober 2025. Ein am 30. September 2020 beantragtes Verfahren läuft nur noch vier Jahre und zehn Monate, also bis zum 29. Juli 2025.

Unter welchen Voraussetzungen wird die Restschuldbefreiung bereits nach 36 Monaten erteilt?

Anders als bisher, ist die Verkürzung der Wohlverhaltensphase nicht an Zahlungen des Insolvenzschuldners oder das Erreichen einer bestimmten Quote zur Gläubigerbefriedigung geknüpft.

Mit anderen Worten: auch der Schuldner, der im gesamten Insolvenzverfahren keine Zahlungen leisten kann, ist bereits nach 36 Monaten schuldenfrei.

Allerdings muss der redliche Schuldner auch allen bereits bisher in der Insolvenzordnung festgelegten Pflichten und Obliegenheiten nachkommen.

Ist es sinnvoll mit einem Insolvenzantrag bis zum 01. Oktober 2020 zu warten oder sollte der Antrag so schnell wie möglich gestellt werden?

Grundsätzlich ist es vom Gesetzgeber nicht gewollt, dass Insolvenzanträge bis zum 01. Oktober 2020 zurückgehalten werden. Allerdings macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Verfahren nur 36 Monate oder 60 Monate läuft.

Hierzu folgendes Beispiel:

Gesetzt dem Fall, der Insolvenzschuldner muss in jedem Monat des Insolvenz- und Restschuldbefreiungsverfahren durchschnittlich EUR 200,00 pfändbares Einkommen an den Insolvenzverwalter abführen.

Dann zahlt er im ersten Fall des auf drei Jahre verkürzten Verfahrens EUR 7.200,00 (EUR 200 x 36 Monate) zur Insolvenzmasse. Im zweiten Fall des fünfjährigen Verfahrens aber EUR 12.000 (EUR 200 x 60 Monate)!

In Fällen, in denen vom Schuldner aber ohnehin kein pfändbares Einkommen abgeführt werden muss, kann es für den Schuldner wichtiger sein, dass das Insolvenzverfahren möglichst schnell eröffnet wird. Etwa, weil das Einkommen des Schuldners unter der Pfändungsgrenze liegt oder der Schuldner bereits von massiven Pfändungsmaßnahmen betroffen ist. Hier ist die Frage der Dauer von 36 oder 60 Monaten zweitrangig.

Welche Vorbereitungen müssen jetzt getroffen werden?

Bei der Beurteilung dieser Frage sollten Sie eine professionelle Beratung durch einen spezialisierten Rechtsanwalt in Anspruch nehmen.

Bedenken Sie bitte auch, dass professionelle Schuldnerberatungsstellen für die Vorbereitung eines Insolvenzantrags zwischen einem und drei Monaten benötigen werden.

Mit diesen Vorbereitungen kann und sollte bereits vor dem 01.10.2020 begonnen werden, um den Insolvenzantrag dann möglichst schnell nach Inkrafttreten der neuen Regelungen stellen zu können.

So kann die Insolvenz in 3 Jahren beendet werden.

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie wird im Herbst 2020 mit einer größeren Welle von Insolvenzverfahren gerechnet. Es ist davon auszugehen, dass Insolvenzgerichte, Insolvenzverwalter und die Schuldnerberatungsstellen durch die hohe Zahl an Insolvenzanträgen überlaufen oder überlastet sein werden.

Indem Sie frühzeitig die Vorbereitung eines Insolvenzantrages einleiten, können Sie den sich abzeichnenden Bearbeitungsstau und unnötige Verzögerungen bis zur Befreiung von Ihren Schulden umgehen!

Wir helfen Ihnen so schnell wie möglich. Schreiben Sie uns eine Mail an kanzlei@schuldnerberatung-fehse.de, rufen Sie uns direkt an unter 089 21 76 72 050 oder vereinbaren Sie einen Termin über unsere Online Terminbuchung.

Bildquellennachweis: BrianAJackson © / PantherMedia

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